Geschichte

Im Jahr 1878 gründeten Studenten der Technischen Hochschule (vormals königliche Polytechnische Schule) und der Universität den Akademischen Turnverein München, mit dem Ziel ‚Pflege des Sports‘. Fünf Jahre später waren sie Mitbegründer des Akademischen Turnbundes (ATB).
Auf Wunsch der Hochschulverwaltungen kam es 1878 zu einer einvernehmlichen Trennung und damit 1884 zur Gründung der ATV Germania für die Studenten der Universität. 1895 gründeten dann die Studenten der TH die ATV Agilolfia und 1907/08 die ATV Rugia.
Alle drei Münchner ATB Verbindungen fanden erheblichen Zuspruch und hatten großen Einfluß auf das sportliche und das gesellschaftliche Leben in der Universitätsstadt München. Der 1912 gegründete Ortsaltherrenverband München des ATB hatte damals mehr als 300 Mitglieder.
Die hohen Mitgliederverluste im 1. Weltkrieg führten zum Zusammenschluß der Rugen und der Agilolfen zur  ATV Rugia-Agilolfia. Sportliche Erfolge und Geselligkeit brachten  eine rasche Wiedererstarkung der Münchner ATVen, mit großem Zulauf sportbegeisterter Studenten. Entsprechend dem damaligen Zeitgeist der Toleranz in den ATVen, waren sie  entgegen den Wünschen der Hochschulverwaltungen, beide, Rugia Agilolfia und Germania, wieder für Studenten aller Münchner Hochschulen zugängig.
Weil sie die Überführung in eine NS Kameradschaft ablehnten, wurden beide Verbindungen 1933 aufgelöst. Es verblieb aber ein stabiler Freundeskreis. Der zweite Weltkrieg forderte erneut viele Opfer. Andererseits wurden viele  ATBer in München ansässig, die ihre alte Heimat verloren hatten. Zusammen mit Ihnen gründeten dann die ehemaligen Rugen und Germanen 1950 die ATV München, eine nicht schlagende, nicht farbentragende, konfessionell und politisch ungebundene Verbindung.
Die damalige Not im zerbombten München, mit Wohnungsmangel und Vorlesungen in Baracken prägte zusammen mit den Folgen der Hochschulreform zwangsläufig die  Erneuerung des Verbindungslebens. Dieses erblühte schon bald wieder auf der Grundlage gegenseitiger Hilfe und Verbundenheit. Gesellschaftliche Veranstaltungen und gemeinsame sportliche Aktivitäten ließen die Zahl der Aktiven rasch ansteigen. Das kameradschaftliche Verhältnis von Jung und Alt, nach dem Leitmotiv:
‚mens sana in corpore sano‘
(‚ein gesunder Geist in einem gesunden Körper’)
war für die Entwicklung der ATV München ein voller Erfolg.
Was eine solche Gemeinschaft mit Hilfe von Spenden und Arbeitsleistungen zu leisten vermag, zeigte sich 1966 mit dem Erwerb eines Hauses in Schwabing mit
9 gemütlichen Studentenzimmern und ansprechenden Aufenthaltsräumen, in denen Versammlungen, Vorträge und Veranstaltungen stattfinden. Auch gesellschaftliche Ereignisse kommen dabei nicht zu kurz. Seit 1991 nimmt die ATV München auch Studentinnen auf.
Derzeit hat die ATV München 104 ADAH und 18 Aktive.