Akademischer Abend – Schizophrenie

Schizophrenie ist eine seelische Krankheit, die zwar immer wieder in Literatur und Film auftaucht (A Beautiful Mind, Black Swan, Donnie Darko etc.), aber von der die meisten nur eine vage Vorstellung haben. In der Realität sind rund ein Prozent der Bevölkerung weltweit betroffen. Im Vortrag sollte Grundliegendes zum Verständnis dieser Krankheit und der Betroffenen vermittelt werden.

Zu Beginn sahen wir „Das weiße Rauschen“. Ein Film von Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“) mit Daniel Brühl, der durch diesen Film den Einstieg in seine Karriere fand. Im Film geht es um Lukas, der zum Studieren nach Köln geht, wo er bei seiner Schwester unterkommt. Der Studienbeginn läuft nicht gerade rund, Lukas fällt es nicht leicht mit all dem Ungewohnten umzugehen und neue Kontakte zu schließen. Gemeinsam mit dem Freund der Schwester macht Lukas Erfahrungen mit halluzinogenen Pilzen. Unter diesen vielfachen Belastungen erlebt Lukas zum ersten Mal eine psychotische Episode. Er hört dabei Stimmen, die ihn beschimpfen und ihm Schuldzuweisungen machen. Im Film wird gezeigt, wie es zur Diagnose kommt, wie er behandelt wird und wie sein weiterer Weg verläuft. Der Film, der sich durch seine ungewöhnliche Kameraführung auszeichnet und sich an der Schwelle zwischen Spielfilm und Dokumentation bewegt, sollte als Einstieg in die Thematik dienen.

Anschließend ging es um die typischen Symptome bei einer schizophrenen Erkrankung. Man unterscheidet sogenannte Plus-Symptome (etwas kommt zum gesunden Befinden hinzu – Stimmenhören, Wahnvorstellungen) und Minus-Symptome (etwas fehlt zur seelischen Gesundheit – z.B. Antriebs-oder Freudlosigkeit). Wie diese zustande kommen sollte unter anderem durch einen kurzen Blick in den Neurotransmitterstoffwechsel des Gehirns erläutert werden. Eine weitere wichtige Rolle zur Erklärung der Krankheitsentstehung spielt das sogenannte Vulnerabilitäts-Stressmodell, das davon ausgeht, dass jeder Mensch eine gewisse Verletzlichkeit mit sich bringt. Wie groß diese ist wird beispielsweise durch frühkindliche Erlebnisse oder erbliche Faktoren bestimmt und macht aus, von welcher Stärke ein Stress sein kann, ehe es zum Ausbruch einer seelischen Erkrankung kommt. Schizophrene Menschen verfügen häufig über eine besondere Sensibilität, die sie einerseits zwar verletzlicher macht, sind dadurch andererseits aber auch häufig überaus kreativ und verfügen über eine große Fähigkeit zur Empathie. Danach wurden die möglichen Therapien dieser Erkrankung vorgestellt, die meist neben psychotherapeutischen Maßnahmen auch Medikamente, so genannte Neuroleptika, beinhalten. Abschließend sprachen wir über die Prognose von Schizophrenie. Bei ungefähr einem Drittel der Erkrankten bleibt es bei einer einzelnen Episode mit psychotischen Symptomen, bei einem Drittel kann es immer wieder zu Krankheitsepisoden kommen, ein weiteres Drittel bleibt chronisch krank. Den meisten Patienten kann aber mit den Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie gut geholfen werden.

Der Vortrag sollte dazu beitragen, sich in eine Welt einzudenken, in die es sich nicht leicht folgen lässt, um Verständnis für die von dieser doch recht häufig Krankheit betroffenen Menschen zu fördern.

Ich danke ganz herzlich den interessierten Zuhörern und Diskutanten!

Nike (Medizinstudentin)